John Laws Ausgangsmaterial ist dagegen ein klassischer Haushaltsartikel, das Dies Irae hat jeder in irgendeiner Form im Schrank. Jedoch nicht in der hier vorliegenden Form. John Law duerfte hierzulande eher unbekannt sein. Er ist klassisch ausgebildet, hat 1989 mit Paul Rogers und Mark Sanders seine erste Gruppe, Atlas, gegruendet, im Evan Parker Quartet, dem Louis Moholo Dedication Orchestra, einem Quartet mit Moholo, Barry Guy und Paul Dunmall, und nicht zuletzt mit dem Jon Lloyd Quartet gespielt.
Talitha Cumi ist ein pianistisches Meisterstueck. Der thematische Bogen traegt dunkle, ausgesprochen erzaehlerische Improvisationen, die in stupender und praeziser Technik scharf gestochen sind. Irgendwer hat mal gesagt, John Law klaenge wie Keith Tippett on acid. Wirklich erstaunlich ist allerdings, dass es John Law gelungen ist, neben Georg Graewe, Marylin Crispell, Irene Schweizer, Cecil Taylor, Chris Burn, Alexander von Schlippenbach (und einigen anderen) eini distinkte Stimme zu entwickeln. Wenn er mall eine CD fuer ECM aufnimmt wird er Star.
Markus Mueller Jazzthethik Germany April 1995